Leseproben zur Lyrikreihe   

"Träume werden dem Sehenden 

zum Leben gereicht"

 auf dieser Homepage

  

Lyrik ist eine freie Kunst und die Kunst kennt keine Enge.

Zumeist jedoch begrenzt sie sich in einer Sache.

Ob Malerei, Fotografie, Literatur oder Schauspiel:

Nicht selten ist ein zentrales Thema zugegen – die Liebe.

Dies erscheint nicht verwunderlich, wenn sich der Mensch vergegenwärtigt,

dass die Liebe ständig, überall weilt.

 

Die blühende Liebe sucht jeder Mensch, an ihr scheitert jeder Mensch einmal,

an ihr wächst und verwirklicht er sich ebenso.

 

Das wichtigste bleibt allerdings, die Liebe zu sich selbst, zur eigenen Haut.

Ist dies gegeben, ist der Mensch fähig, zu träumen.

Und werden Träume wahr, geschehen Wunder der Seele.

Doch verliert das Menschenwesen einst den Mut, einen Traum zu erkennen,

wird er ihn niemals als Wunder wahrnehmen, genießen.

 Sodann wäre das Leben verloren.

 

Berlin, den 24. August 2011

 

 

- Neue Lyrik-

&

Das Märchen eines Menschenlebens

 

...

 

Die Klagelaute einer Liebenden

sind Schreie der Qual, rühren von einem Schmerz.

Mit ihrer restlos vertriebenen

Ruhe verloren, wie auch ihr Herz.

 

...

 

Es bedarf eines Lichts

 

Meinen Kummer kann ich nicht benennen,

spüre nur die Last eines Gewichts

auf meiner Seele. Will doch erkennen

die Ecken in ihr, es bedarf eines Lichts,

das, Winkel beleuchtend, Jenes erspäht,

was mich rührt zu einer Traurigkeit.

Jeder Tag, der dir vorüber geht,

ist durchströmt mit einer Bitterkeit,

die uns schier zum Wahnsinn treibt.

Will dir sein, was kostbar heißt,

sodass dein Sinnen mir verbleibt

und nichts vollbringt, was Seele reißt.

 

 ...

 

Die Liebende

 

Elfengleiches Fleisch mit weißer Haut,

die Perlen wirft und kreist

um die eigene Achse einer Braut

der Engel, welche Liebende heißt.

 

Ihr roter Mantel des frischen Blutes

eines frommen Herzens, ja, eines Welten

reinster Fang. Des Mutes

Auswuchs, dem sich die Winde gesellten.

 

Das Mädchen mit dem roten Mantel ist

aus Liebesblut von einem Mann,

den schon ihr Herz vermisst,

den sie nicht liebend machen kann.

 

...

 

Wie deine Sachen am Leibe

 

Was soll ich dir weiter geben?

Ich habe kein Angebot zu machen

und mein gesamtes Leben

hälst du in den Händen wie deine Sachen

am Leibe. Leer bin ich,

was wünscht du noch an mir?

Einst war ich dir verbindlich,

ich sehne nichts an dir.

 

...

 

Das Märchen eines Menschenlebens

 

Sie glaubte - Welten kennend, respektierend -

an das Märchen eines Menschenlebens,

das Zweifel und Bürden verlierend,

ihr erwacht. Sie glaubte vergebens.

 

Ihre Hoffnung schwand bei dem Geruch

der Fleischeslust einer Natur.

Triebe kostend, schrieb sie den Bruch

in ihre Narbe, die sie erfuhr.

 

 ...

  

Wieso idealisiere ich dich in deiner Art?

Sehe die Seltenheit deiner Röte in meiner Hand.

Einst war ich in dich vernarrt

wie ein Narr, der Zuneigung am Menschen fand.

 

...

 

Wie eine Libelle

 

Wie eine Libelle, die Flügel zeigt,

steigt meine Seele in die Lüfte.

Mein Geist ist dir nicht mehr geneigt,

vernimmt der Liebe anderen Düfte,

die wahrhaftig an mir hängen

wie der Knopf an seinem Faden.

Meine Tränen, die mich drängen,

wünschen Ferne, wollen baden

in ihrer Wanne des Schaumes,

der bunte Kreise zeigt.

Die Länge unseres Raumes

ist deinem Geist nicht mehr geneigt.

 

...

 

Die Unschuld an der Tat

 

Der Kopf steht leer wie ein Haus,

das auf den Einsturz wartet.

Ich will aus einem Haus heraus,

das sich selbst zerstört, entartet.

Das Übel dieses Spiels jedoch

ist die Unschuld an der Tat.

Unter einem fremden Zwang, dem Joch,

litt jeder, der um Ende bat.

 

...

 

Eine Tortur

 

Sie sehnt sich schon nach

ihrem Mann, der küssend sie entließ.

Die Tümpel liegen müde brach,

da er selbst die Dürre ließ.

Ihr Sehnen ist arge Tortur,

an der sie brechen kann.

Der Himmel malt schönste Kontur.

 Wir begegnen uns irgendwann.

 

...

 

Wie der Stein auf meiner Brust

 

Du kannst grausam sein, gemein,

ohne Bedacht der Worte, ihrer Schneide,

die scharf wie eine Klinge, schwer wie der Stein

auf meiner Brust, die ich bekleide

mit einer Naht aus deinem Haar.

Die Liebe, die du brachtest,

weilt nicht länger, sie war.

Seitdem du meinem Kummer lachtest.

 

...

 

Ein Mensch, der in der Seele steckt

 

Jammerndes, weinerliches Tier,

das eigene Tränen und Wunden leckt,

gleicht dem Erlebten und mir.

Ein Mensch, der in der Seele steckt

wie ein Inhaftierter der Zelle,

isoliert, Realität verlassend.

Wenn ich das Verlies zum Tage erhelle,

ist es wie Hand, meine Kehle fassend.

Würgende Pranke, kraftvoll gefasst,

was die Seele am Leben hasst.

 

...

 

 Beim Verlassen

 

Das kalte Brennen der Haut

steht beim Verlassen der Schwelle

gelehnt an der Wand und schaut

uns an. Die dicken Felle

werden dicker, ich will nicht

untergehen an der Qual, die herein bricht,

wenn du dich abwendest zum Gehen,

muss dann bleiben und verstehen,

dass die Zeit uns stärkt und nährt,

aneinander bindet und verblasst.

O, dass sie uns bald widerfährt,

 weilt noch als schnöder Gast.

 

...

 

Die schönste Schulter, die deine,

ist die vollkommenste Rundung,

die mein Auge je sah und meine

Bewunderung labt der Erkundung.

 

 

  ...

 

Vor der Zeit dieses Moments

 

Vor der Zeit dieses Moments

dachte ich erneut an dich.

Die zärtliche Äquivalenz

meiner Sehnsucht stülpt sich

über jeden meiner Tage,

an denen wir getrennt verbleiben.

Mein Liebster, was ich an dir wage,

will ich mit schönstem Traum beschreiben.

 

...

  

Der Himmel wölbt sich

 

Wie soll ich meine Liebe heben,

sie schützend über uns legen,

mein Herz und Seelenträume geben?

Wo ist der warme Regen,

der uns zusammen brachte,

der Charme, die Zuversicht?

Der Himmel wölbt sich sachte

zu einer missmutigen Schicht

der Kränkung und ich kann

dich nicht finden in dem Meer

der Enttäuschung. Die Träne begann

dir zu sterben. Ich kenne dich nicht mehr.

 

...

 

Seele, die an dich erinnert

 

Die Einsicht der Liebe verkümmert

zu einer Einsicht der Irrung.

Die Seele, die an dich erinnert,

schweigt der schmerzlichen Begegnung

mit dem Schein der Einzigartigkeit.

Die Haut zerbricht wie Glas

in meiner Hand der Sterblichkeit.

Dein Gesicht, das ich vergaß,

liegt in zahllosen Scherben.

Das Haar von dir verweht

mit der Zeit und wird verderben.

Eine Liebe leidvoll untergeht.

 

...

 

Was du brauchst, wohin du gehst,

weckt keine Herausforderung der Energie.

Die Zeit ist gelangweilt und du drehst

an ihren Zeigern, doch änderst du sie nie.

 

...

 

Über deine Gewöhnlichkeit

 

Wann kann ich ausreichend sein?

Bin versorgt und trage Herz mit Seele.

Du kalter, toter Stein

hast keine laute Kehle,

die deine Wahrheit kündet

wie die Musik den Ton.

Was in meinen Ohren mündet,

ist aufsteigender Hohn

über deine Gewöhnlichkeit.

Du bist nicht außerordentlich

wie ein Traum der Lieblichkeit.

Mein Gefühl geht sterblich.

 

...

 

Die Lust war uns vergänglich

 

Abgewendet habe ich mich,

sah ich Seelen, die dir glichen.

Die Lust war uns vergänglich,

die Lichter seitlich wichen.

 

Schatten folgen der Gestalt,

die einst die Anmut war.

Die Abkehr, sie erreicht mich bald,

da ich den Traum entfliehen sah.

 

...

 

Wenn Ratten hungrig sind

 

Deine Gier nach fremden Küssen

der Fantasie nagen an mir

wie die Ratten nagen müssen,

wenn sie hungrig sind. An dir

ist mehr Unwahrheit als ich

verbannt habe. Wenn meine

Gedanken dir nicht heilen, lässt dich

Seele zurück. Ich weine.

 

...

 

Das Traumbuch

 

Liebster, du bist einmal gewesen,

was ich Abbild des Wunsches nannte,

den ich im Buche des Traums gelesen.

Ich war es, die das Buch verbrannte.

 

Ein Traum muss nicht wahr werden,

sondern erlischt wie Funken im Wind,

wie Feuer unter des Wassers Beschwerden.

Wenn Träume und Seele gestorben sind.

 

...

 

Fremde Betten

 

Die Wogen, die mich nun erreichen,

sind deine harten Gedanken zur Welt.

Mit jenen Nächten, die uns verstreichen,

gehen die Bilder. Nichts, das gefällt.

 

Beschaffen wie die Seelen der meisten

Leiber, die vorüber gingen,

bist auch du. Wofür sie alles leisten,

ist das in fremden Betten Singen und Verklingen.

 

...

 

Die Erstaunlichkeit deiner Art

verzückt und überdauert mich.

Meine Hoffnung, die dir harrt,

du bist das Wunder. Herz, ich sehne dich.

 

...

 

 

 

...

 

Wunderschön war jeder Blick

 

Ich denke an dich mit einem Wohlgefühl

der Zeit. Wunderschön war jeder Blick,

den wir einander zeigten und schwül

blieb mir deine Luft, warm das Genick

von deiner Hand. Ich liebe dich mehr

als meine Seele fassen kann.

Ich sehne dich, klage schon dem Meer,

obwohl der Abschied erst begann.

 

...

 

Wenn du meine Nähe lässt

  

Wenn du meine Nähe lässt,

ich weiß, kein Ausweg steht bereit,

zieht mit dir mein letzter Rest

eines Lächelns, Starre gedeiht

zaghaft und ich lebe mit Blei im Blut,

würde doch regungslos dir weilen.

 Der Alltag mit der Schwermut

sehnt dich, die Zeit muss sich beeilen.

 

...

 

Der Regen ist deine Seele

 

Alle Farben der prächtigen Palette sind

nur öde Kopien deiner Schönheit,

da in deinen Augen das Meer beginnt,

der Horizont endet wie Vergänglichkeit.

Alle Farben des genialsten Spektakels

könnten keinem Vergleich dienlich sein,

denn die Nuance eines banalen Makels

würde fälschen. Deine Tränen sind lupenrein.

Sie spiegeln die Welt in meiner Hand

und dein Geruch lässt meine Träume sprechen.

Was ich an deinen Lippen fand,

kann jene Gesetzmäßigkeit brechen,

welche die Menschheit zu kennen glaubt.

Der Regen ist deine Seele, tröpfelt mir

das bunte Leben, was die Überzeugung raubt,

alles übertrifft, was Wahrheit hieß. Mit dir.

 

Wenn mir deine Welt zerbricht,

deine Farben verwischen, der Regen trocken bliebe,

mein Lachen müsste sterben und das Gesicht.

Ich würde vergehen an dieser Liebe.

 

...

 

Du hast etwas vergessen,

bei mir gelassen, klein

und unbeachtet, unbemessen.

Dein süßer Duft hüllt mich noch ein.

 



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