Auszug aus dem Band I der Reihe

"Träume werden dem Sehenden zum Leben gereicht" 

- Augustgefühle 2010 bis Oktobermonde 2010 -

 

 

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Das Blau

 

Er sagt: „Auf einmal ist alles glasklar.“

Die Lichter der Welt tanzen zum Takt,

die Regenstimmen bieten es dar,

ihre Herzen zittern, ihre Seelen sind nackt.

Nacktheit zeigt Narben und Wunden,

macht sie verletzlich zu jeder Zeit,

sie hat ihr Herz fest angebunden,

nun gehörts zu ihrem Kleid.

Sie streicht seine Hand und meint,

jede Sekunde vergesse sie nie.

Das Meer hat ihn und sie vereint,

was auch kommt, das Blau trägt sie.

 

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 Ich trage Narben am Herzen von dir

 

Tief im Keller meiner Seele laut

schreit, quält und raucht der Schmerz

und mit blutenden Augen schaut

er hinauf zum Zitterherz.

Kalte, knochige Finger berühren

frostig und fest mein Organ.

Entsetzt werde ich sie spüren,

die tödliche Klaue lässt mich erstarrn.

Verkümmert falte ich mich ein,

schluchzend und fassend nach Halt.

Der zarte Puls flößt Leben mir ein,

dessen Rhythmus im Echo verhallt.

Ein verwestes Stück in mir

hinterlässt einen Stempel der Zeit.

Ich trage Narben am Herzen von dir

wie eine Puppe ihr Kleid.

 

 

 

 

 

 

 

Mir ist ein Freund gegangen

 

Keine Fragen, einfach Stille

und diese lässt du singen.

Das Schweigen ist dein Wille,

kein Tönchen wird erklingen.

 

Der Mensch hinter der Ruhe,

der weiß, was es bedeutet

und hinterlässt mir Leere nur,

kein Glöckchen, das mir läutet.

 

Ich habe einen Freund gesehen,

der ist mir fort gegangen.

Auch ich muss demnach gehen,

um den Abschied einzufangen.

 

 

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Einen Traum im Traum

 

Einen Traum im Traum lebe ich,

der Albtraum in den Geistern, meinen.

Du verstehst, aber bemühst dich nicht,

wirfst mit deinen blauen Steinen.

Zeig wache Sinne! Endlich!

Keine Freuden reichen zu mir,

was schmerzt, das ist ein Stich,

der mich mit Nadel löst von dir.

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Mit deinen Geistern

 

Ich öffne meine Hände und fange mir den Traum,

der mich noch einmal zu dir bringt mit einer Bitte.

Verzeih!“, hör ich der Stimme Echoraum

und nach dem Abschied verhallen deine Schritte.

 

Ich senke meinen bittren Blick hinab auf das Parkett,

setze Fuß um Fuß, suche meinen Weg zur Ewigkeit.

Einen Rat von dir, geliebtes Meer, den ich weise hätt,

will ich vernehmen und lindern mein Leid.

 

Es heben meine Hände bald ein Sandpäckchen von dir

und die Körnchen rieseln fliehend mit dem Wind hinfort.

Meine Sinne erahnen, nichts bleibt mir für Dauer hier,

ziehn mit der Prise Meersand und der Luft an andere Ort.

 

O, so entgleiten mir die Träume, das Sandsalz ist fern,

es wandert mit deiner Gestalt auf karger Erd.

Ein kleiner Wunsch erlischt, doch mir bleibt ein Stern,

der über mir funkelt. Auf, dass ich wieder träumen werd!

 

Musik verklingt, die dem Herzen melodisch entsprungen ist.

Ich komponiere, erträume ein anderes Lied,

das mit den Wellen in die Ohren schwimmt, vermisst

und treu geblieben, hinter deine Horizonte sieht.

 

Die Körner des Sandes eilen mir davon, mit deinen Geistern einst.

Doch hebe ich die Hände, fülle sie mit der Meeresflut.

Ich nehme Abschied, verzeih, kein Wissen, ob du weinst,

doch die Träume bleiben mir, das Meer und der wiederkehrend Mut.

 

 

 

Auszug aus dem Band II der Reihe

"Träume werden dem Sehenden zum Leben gereicht"  

- Novemberkinder 2010 bis Dezemberzauber 2010 -

 

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Mein Freiheitslied

 

Freiheit kennt keine zügelnden Riemen,

die an uns zerren wie sturer Wille.

Ich werde dir das Freisein mimen,

ohne Schleier, in der Stille.

 

Ja, windstill scheint mir dieser Raum,

der wahrlich nur mein Ich verbirgt

und dieses Selbst lebt eignen Traum,

der die Selbstbestimmtheit stärkt.

 

Einen Traum zu teilen nämlich,

ist nicht mit jedem Menschen gut,

denn ein solcher ist meist sehnlich

und ihn zu leben, bedeutet Mut.

 

Diesen, o wer ist entschlossen

und sieht die Seele als das Pensum?

Kein Egoismus lebt verdrossen,

der Fokus schleicht heroisch um.

 

Freiheit ist ein weites Feld,

das kaum ein einzelner versteht.

Wenn der Mensch sich selbst missfällt,

ist er selbst sich schon zu spät.

 

Und wenn er dann noch anderen nützt,

die selbst verderblich unfrei sind,

hat jeder sich aufs Nichts gestützt,

das Augenlicht bleibt ihnen blind.

 

Für mich ist kaum noch unerschrocken,

kaum noch tapfer der Verstand.

Das Menschenauge bleibt meist trocken,

wenn es verliert, was es nie fand.

 

Diktiert wurden die Wunder auch,

diktiert wurden Wünsche und die Seelen.

Kein Märchen entlockt Atemhauch,

da die freien Bilder fehlen.

 

Die Freiheit ist mir in Gestalt

und macht mir meine Welt konkret.

Mein Ziel gibt mir den festen Halt,

das anonym in Massen steht.

 

Und du, mein Herz, mein Schöngeist,

hast beigetragen zu meiner Wahl,

bist mein hinein gekrochen Geist,

der mich frei macht jedes Mal.

 

Letztendlich ist es uns banal,

liebst du dich selbst, findest du dich

und kletterst aus dem Einheitstal,

so sieht der Mensch Freiheit in sich.

 

Ist dies, nun dann, gelungen,

an einem Tag erblickst du ihn:

Ein Mensch hat dir dann frei gesungen,

ein freier Wille wird ihn ziehn.

 

Teilen könnt ihr eure Freiheit,

sie aneinander weiter bringen.

Ihr seid vollkommen und bereit,

die Freiheitshymne laut zu singen.

 

Dieser Moment kam mir entgegen,

wie ein zweiter Teil erkannt.

Als würden sich Muskelfasern regen,

hat mich Erkenntnis übermannt.

 

Ich bin frei, ich liebe, ich lebe

und gestalte himmlisch meine Welt.

Und das, was ich dir, Liebster, gebe,

ist, was frei und wahr gefällt.

 

Und, mein Herz, dort bist eben du,

furchtlos gegenüber dem Rest.

Wir finden ineinander Ruh,

Windstille, die lieben lässt.

 

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Die Schwere des Sandes

 

Ich breche auf zu mir, will an das Meer mich bringen,

an die Ostsee, an den Strand der Träume lau.

Mein blaues Kleid wird mit den Winden singen,

während ich den Horizont beschau.

Die Schwere des Sandes fällt mir ins Haar,

die Wellen klagen melodisch zu mir.

Hinter dem Regenbogen wurde es wahr,

denn die Reise begann hier.

Hinter den Dünen warten die Sterne,

sie wiegen die Landschaft, das Leben ins Licht.

Mein Blick betastet rastlos die Ferne,

ein zartes Lächeln auf meinem Gesicht.

Denn die Tränen sanken nieder,

kehren zurück in die Augen mir.

Dort fand ich meinen Ursinn wieder,

o, dass ich Träume nie verlier!

Mit weichem Faden verschließ ich sie,

der aus der Kette Sand besteht.

Die Nackenstimme vergesse ich nie,

die klagend im Elend um Seele mich fleht.

Mein Kreuzzug zu den Engeln, die Reise

vergeht im letzten Licht, war hier.

Das Wasser streicht die Geigen leise

und meine Träume gehören auch dir.

 

 

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Zum Fliegen

 

Ein Engel, der Gedanken schenkt,

macht dich reicher als das Wort.

Wenn dieser dich in Träumen fängt,

ist es gleich, ob wir sind fort.

 

Und in den Träumen leben wir,

können dort gemeinsam sein.

Dies Wunder, Liebster, ist bei dir,

so bin auch ich mir nirgends allein.

 

An diesem Tag, der dir geboren,

flüstre ich dir meinen Kuss.

Kein Flügel geht uns mehr verloren,

da man zum Fliegen zwei haben muss.

 

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Beim letzten Mal

 

Kein kleiner Wunsch, den du erliest

aus meinen Augen, meinem Wort.

Kein Enttäuschtsein, das du siehst,

gleichgültig zieht es mich fort.

 

Ich habe tausend Mal gesagt

und tausend Mal erneut gehofft,

doch nichts hast du einmal gewagt

und es kommt, ja, wie so oft.

 

Ich gehe, suche einfach weiter

und bete, dass ein Mensch mich schützt.

Silben werden nicht mehr gescheiter,

kein Flehen hat von mir genützt.

 

Auf Wiedersehen, du sitzt da,

überlegst, was gestern war.

Beim letzten Mal, als ich dich sah,

 hörtest du nicht zu, du Narr!

 

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Bandage

 

Zuerst, da war mein Herz noch blau,

war kraftvoll und beständig mein.

Doch schon bald, am Winde rau,

strömte die Erwartung rein.

Sie wuchs, doch blieb zu greifen

und du, mein Herz, das wusste ich,

bindest mich in Schleifen,

denn auch dein Herz ist zärtlich.

Doch, o weh, ein Nadelstich

piekste mir ein winzig Loch.

Da zuckte und erschrak es sich,

als es das dicke Blut beroch.

Die Seele sprang ihm flugs herbei,

setzte Pflaster, um zu heilen.

Im Hoffen, dass entschwunden sei,

war es gar größer, musste eilen.

Ich holte den Verband im Nu,

Erwartung öffnet weit die Wunde.

Die Enttäuschung brachtest du

mit dem verschlossenen Munde.

Das Herz, es klafft gar regelrecht,

des Blutes Tränen sickern vor,

verheddert in dem Mullgeflecht

 bis Vorfreude den Reiz verlor.

Inzwischen trägt es deine Narben,

doch kein Kummer hüllt es mehr.

Ich gab Gefühle, die mir starben,

o, einmal liebte ich dich sehr.

 


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