Auszug aus dem Band III der Reihe

"Träume werden dem Sehenden zum Leben gereicht" 

- Januarskuss 2011 bis Februarshimmel 2011 -

 

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Bitte, lass es uns gelingen!

Ich werde alles dafür geben

und mit meinem Flügel schwingen,

dich über die Erwartung heben.

 

 

 

 Deine schwere Zunge

 

Die dunkle Zunge, die

du in deinem Munde

drehst und wendest wie

in schwerster Kunde

an mich, zum tiefen

Schlag meines Heils,

als deine Bitterkeiten riefen,

narbten. Und des Teils

größter Drang von dir ist

mir zuwider, verschließt,

weil du die Schwäche bist,

die zäh in mir zerfließt

zur Enttäuschung, einer Träne.

Sie wird den Kummer nässen.

Nichts, was ich an dir ersehne.

Ich möchte dich vergessen.

 

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Bis zum letzten Kampf

 

Die erste Hälfte fast geschehen

und die Zeit wird mit uns gehen,

den Weg, den wir beschritten

mit allen Fragen und den Bitten

an das Leben, das begann,

als ich an deinem Kuss gewann.

Zum endlich August sahen

wir die Liebe nahen.

Bis zum letzten Kampf um mich,

lebe ich das Leben und dich.

 

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Besternter Sonnenuntergang

 

Durchlaucht sind meine Glieder

wie das Antlitz mannigfaltiger

Schönheit deiner Augen, deiner Lieder

in der Stimme, gar gewaltiger,

als die Explosion der Sterne

am Horizont der Prächtigkeit,

die eintauchend in schönster Ferne,

in tiefster Sehnsucht, in dem Neid,

keine gleichende Anmut besitzend,

sterbend in des Abends Fluten,

die gleichwohl tauchend, sich erhitzend

den selbst gewählten Tod zumuten.

Vergehen wässrig. Dein besandeter

Fuß zu besterntem Himmel quält

den Stein, gestrandeter

Diamant, der uns erzählt

von der Schönheit, der Legende,

die dein Antlitz strahlend kennt,

bringt im Untergang das Ende,

eine Sonne, die im Meer verbrennt.

 

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Der Narzisst

 

Sein Narzissmus kränkt sie.

In Liebe zog sie sich ihm hin.

Wortkarg war er wie noch nie,

zeigte sein markantes Kinn.

 

In Demut war sie schon verschenkt,

wickelt fester sich ins Hemd.

Die Distanz hat sie gedrängt

und machte ihn ihr restlos fremd.

 

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Wilde Wiesen

 

Genießen werde ich ewiglich

den Wiesenduft und roten Mohn.

Wippend und wiegend sich,

die Pracht der Stängel eigener Thron

und Zauberlicht, das Schimmer bricht

und wiesengleich den Teppich näht,

die Blumenmatte, schichtend sich

mit schönster Farbe, blühend geht.

 

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In Euphorie

 

Zum morgigen Zeitschlag sah ich

die ballongleich geblähte

Art der Liebe, die sich

zeitlos dem Welttor näherte

und wie Federn unter Sohlen

trug mich der lieblich Gedanke

in den Tag, wurde gestohlen

von dem Abend, unverändert.

In Euphorie und Schönung

ließ ich dir verkündend

in zärtlichster Versöhnung

eines Nichts, doch Liebe.

Im Luftkuss deiner Leidenschaft

bemerktest du mich wundervoll

und ich hielt an einem Schaft

der zitternden Liebreicherung

von dir. Ich bin glücklicher

als jede Raupe, die verwandelt

in des Falters herrlicher

Erkundung pompösen Sehens.

 

 

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Sie erlebte es an jedem Tag,

dass sein Fühlen tiefer war.

Der Mohn einst auf dem Herzen lag,

ist verwurzelt, bleibt ihr da._________________________________ 

Letzte Ruhe

 

Nun ist es geschehen.

Sie setzte sich neben den Mann

und hat seine trüben Augen gesehen,

aus denen die einsame Träne rann.

Milchige Lider suchten sie schwer,

ihre Hände hielten die seinen.

Seine Blicke, die fragten nicht mehr,

sie fanden und ruhten in meinen.

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Ein Bild, es zeichnet sich grotesk

in malerischer Ausdruckskraft.

Es ist zu schön, gar pittoresk

und das, was Traumesliebe schafft.

 

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Der Appell

 

Er sprach zu ihr, war hilflos

und wollte Nähe zeigen.

Sein Blick harrte im Schoß,

ließ ihn appellgleich steigen.

 

Er sagte, sie sei das Größte,

was sein Leben gebe.

Als er ihr lieblich flößte,

sprach sie ihm: „Dann lebe!“

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Bunt und bleich

 

Keine Regung, was ich sagen soll.

Bin gespalten, unentschlossen,

in tiefster Liebe, üblem Groll,

in Hingabe verdrossen.

Zuweilen lache ich echtes Lachen,

fühle tiefes Betrüben sogleich.

Ich möchte eigene Flüge machen,

bin durchwachsen, bunt und bleich.

Emotionen quälen, beglücken,

ich muss weinend Freude sehen.

Bin zerrissen in den Stücken,

und werde drum zu Grunde gehen.

In stärkstem Schmerz

und liebstem Leben

schlägt mein Herz

noch im Bestreben,

die linke oder rechte Seite,

oben und unten zu studieren.

Das Leben in der breiten Breite

auszukosten, zu probieren.

Suche die Wurzel dieser Pein,

die an meiner Seele zerrt,

will bei dir sein und allein,

im Chaos, das die Sicht versperrt.

Mein Kummer schmiegt sich

an meine zarte Heiterkeit

und die Liebe hat mich

aus tränenschwarzem Rost befreit.

Das dumpfe, graue Unwohlsein

wurzelt in deinem Gehen, 

wechselt ins Liebtrunkensein,

wenn wir uns wieder sehen.

 

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Wunderzarter Lilienmund

 

Sie sprach mit der Familie

und gab es offen kund,

denn in ihrer weißen Lilie

war ein wunderzarter Mund,

der ihr sagte, sie sei schön

und Zeit könnte verkünden,

dass sie zusammen gehn,

wenn sie der Stunde stünden.

Ein liebliches Gefühl erwachte,

das Kreuzchen wär vollbracht.

Und das Auge, was ihr lachte,

hatte Liebe mit gebracht.

 

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Wir genügen

 

Als wir, Blicke streichelnd, gingen,

meintest du, es wäre vollbracht.

Und würde anderes nicht gelingen,

hätte mich die Fügung gebracht.

 

Und das genüge dir vollkommen,

denn meinetwegen fühlst du groß.

Du hast mir meinen Traum genommen,

er liegt mit mir in deinem Schoß.

 

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Die Nabelschnur

 

Deine Tränchen krochen zärtlich

zum neugeborenen Erdenkind.

Und es schnurrt und schmiegt sich

in Händen, die ihm wiegend sind.

 

Ein Wunder ist geschehen

in einer großen, kalten Welt,

du hast Ergreifendes gesehen,

warst gerührt, anbei gestellt.

 

Beobachtungen der Natur,

die nie vergehen werden,

durchtrenntest eine Nabelschnur,

ein zierlich Kunststück unserer Erden.

 

Faszinierend und bildschön

ist das Bündel Kindlein.

Bewunderungen bleiben bestehn

im elterlichen Dasein.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus dem Band IV der Reihe

"Träume werden dem Sehenden zum Leben gereicht" 

- Märzbriefe 2011 bis Augustliebende 2011 -

 

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Als wären sie dein Schatten

 

Sie will dein Interesse nicht

wecken müssen und am Ende

deiner Liebe gehen. Dein Licht

soll selbst leuchten, ihre Hände

wärmen, als wolltest du sein –

bei ihr. Simpel in der Nähe

ihrer Augen, als wäre deren Schein

dein Schatten, der bestehe

und dich auf dieser Welt

erhabener, ehrlicher liebt

als jedes Wesen, das sich stellt.

Ihr Augenlicht, was dich umgibt.

 

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Weil du mich aushalten musst

 

Ich benötige Zeichen, die

mir schon entschwinden,

hinter den Vorhang fliehend wie

ein Ende der Kunst, nichts finden,

was Überzeugungen zurück

bringt in meine Brust

der Küsse. Verlorenes Glück,

weil du mich aushalten musst,

befreie ich dich von der Qual

meiner warmen Worte, die nicht

erdacht wurden, entstanden. Ich stahl

dir deine Einfachheit, das weiße Licht

und machte es golden wie

deine Haut, sogar dein Haar.

Ich war die Liebe, die

dir lag und bitter war.

 

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Eine Liebe, die sich eigens erschafft

 

Die Gedanken ertragen die schwere Zeit

in Überfüllung. Das Geflecht der Dinge

ist geschnürt, ohne Gewogenheit,

ohne Gleichgewicht, die mit gelinge.

 

Über jenem Fädengespenst

sitzt meine Blume. Ich kann

dich nicht vergessen. Selbst erkennst

du dich. Im Spiegel. Irgendwann.

 

Die Welt in ihrer Sumpflandschaft

ist enorm, doch niemals mehr.

Eine Liebe, die sich eigens erschafft,

geht mit meinem Geist einher.

 

Sind ferne Worte in dem Ohr,

will ich sie auch vernehmen,

doch sinkt die Zeit im irdisch Moor,

die Blume trinkt von meinen Tränen.

 

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Als wäre träumerisch die Welt

 

Ein Herz, das an dir riebe,

als wäre träumerisch die Welt,

prickelnd wie die Haut verbliebe,

nachdem die Nacht sich einsam stellt,

ist Leben, das der Zeit ereilt

und dem Sehnen Wachstum schenkt,

ist auch Mond, der Weiten teilt

und sich als Weltenlampe hängt.

Ist ein Herz, das dir gemacht

wertvoller, sich dir zerschiebe,

rückend an das Leben, vollbracht.

Ich nenne dich die Liebe.

 

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Die Zeit ist eine Plage

und ihr Leib belastend,

mich erdrückend und ertastend

zu jeder künftig Frage.

 

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Fluch der Masken

 

Umstände und Gegebenheiten verleihen

dem Menschen ein jeweiliges Gesicht

und würden sie uns gern lieblich sein,

ist alles Pomade, die trocknend zerbricht.

 

Freundschaften werden neu definiert,

müssen die eiserne Probe bestehen.

Das Gesicht eines Freundes, das variiert,

ist verflucht, von mir zu gehen.

 

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Wie Farbtropfen verstreichen

 

Ich habe keine Ahnung, warum

ich in dieser Art denke.

Diese Art und Gedanken sind krumm

gedacht, weil ich sie dir verrenke.

 

Sie sollen dich erreichen,

in Symbolkraft überspringen,

wie Farbtropfen verstreichen,

deine Hautschichten durchdringen.

 

Sollen übergehen in deine Person,

Körper werden, Form geben.

Eine Art bleibt an deinem Ton,

den Ton von dir trug ich soeben.

 

 

 


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